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Die Umsetzung des Förderkonzepts macht gute Fortschritte - Radlerforum diskutierte über Radplanung und Tätigkeitsbericht

06.03.2009

„Dafür, dass wir noch nicht allzu lange auf der Strecke sind, ist beim Radverkehr einiges gegangen“, meinte ein Teilnehmer des Radlerforums. Und fasste damit den Eindruck zusammen, der sich gestern (Donnerstag, 5. März) nach dem Tätigkeitsbericht des Stadtplanungsamts im Radlerforum breit machte. Das Expertengremium zum Thema Radverkehr trifft sich unter Leitung des Baubürgermeisters regelmäßig, um Ziele der Radverkehrspolitik und aktuelle Rad-Projekte zu diskutieren.

Die Radroute aus Mühlburg und von der Waldstadt in die Innenstadt oder auch erste Abschnitte auf den Strecken Knielingen-Innenstadt und Durlacher Allee gehören neben den bei-den City-Routen zu den Dingen, die das Radeln in Karlsruher leichter und sicherer machen. Und sie belegen, dass Radplanung eine Angebotsplanung ist, erläuterte Johannes Schell, der sich im Stadtplanungsamt ums Radförderkonzept kümmert: „In der Rheinstraße sind mittlerweile 1150 Radler täglich unterwegs, vor dem radfreudlichen Umbau waren es rund 800, auf der City-Route Nord sind es rund 5 000 täglich, vorher waren es 3 500.“ Absolute Zahlen, wie sich die Radverkehrsanteile in der Stadt entwickelt haben, wird es erst nach einer Umfrage in den nächsten Jahren geben, aber Indizien für einen Aufwärtstrend gibt es dennoch. Diese liefert die Weiherfeldbrücke. Zählungen auf der Brücke sind deshalb geeignet für allgemeine Aussagen zum Radanteil, weil es hier keine den Radverkehr beeinflussende Maßnahmen gab - und weil die Verbindung über die Weiherfeldbrücke die Strecke schlechthin zwischen Weiherfeld und Kernstadt ist. Rund 4100 Radfahrerinnen und Radfahrer strampeln mittlerweile täglich die Brücke hoch, früher waren es 3200.

Auch die Höhenstadtteile sollen per Rad gut angebunden werden. Planungen für Hohenwettersbach und Wettersbach stellte Johannes Schell dem Gremium vor. Dabei sollen schon vorhandene Wege eine gute Asphaltdecke bekommen. Keine gute Alternative zur Straße gibt es aber für die Fahrt von Hohenwettersbach zum Zündhütle, weshalb es Überlegungen für ein Radangebot auf der Tiefentalstraße gibt. Verbesserungen sind zudem für das Radfahren von Wolfartsweier Richtung Wettersbach über die Straße Am Wetterbach vorgesehen. Ziel ist, diese Vorhaben für den Haushalt 2011/2012 anzumelden.

Die Radverkehrsführung während des Baus der Kombilösung gehört zu den vielen Teilaspek-ten, die die KASIG berücksichtigt. An die Radfahrerinnen und Radfahrer wird gedacht, auch wenn es je nach Bauphase - wie beim Autoverkehr - die eine oder andere Einschränkung geben wird, lautete die Kernaussage.

Thema im Radlerforum war erneut der Winterdienst für Radwege, hier gibt es immer mal wie-der für einzelne Strecken Wünsche von „winterharten“ Radlern. 90 Kilometer Radwege lässt die Stadt durch ein privates Unternehmen räumen und streuen, zeitgleich zum Winterdienst auf Straßen und Brücken durch städtische Mitarbeiter. Zusammen mit den Radverbänden will die Stadt besprechen, welche Radwege im „90-Kilometer-Kontingent“ berücksichtigt werden sollten. Klargestellt wurde nochmals von der Verwaltung, dass Radler bei nicht geräumten Radwegen auch auf die Fahrbahn ausweichen dürfen. Das „Winter-Radnetz“ den Radfahrern und Autofahrern jeweils vor der kalten Jahreszeit zu vermitteln, war ein Wunsch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit.

Nach wie vor gibt es zu viele Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern. Das belegt die Unfallstatistik des Polizeipräsidiums Karlsruhe. Im vergangenen Jahr gab es 557 Radunfälle (2007: 579; 2006: 581: 2005: 547)), rund zwei Drittel der Unfälle wurden von den Radlern durch eigenes Fehlverhalten, hier vor allem durch Fahren in die falsche Richtung, verursacht. Die Zahlen verdeutlichen, dass „wir ein Stück weit auf der Stelle treten, auch wenn man sicher berücksichtigen muss, dass mehr Radfahrer unterwegs sind“, meinte Baubürgermeister Michael Obert. Wunsch aus dem Radlerforum an die Polizei war, Verstöße von Radlern genauso zu ahnden wie bei Autofahrern. Die Stellen, an denen Unfälle gehäuft aufgetreten sind, möchte die Stadt zusammen mit der Polizei analysieren und prüfen, ob ein Umbau möglich und sinnvoll wäre. Ein positives Beispiel ist der Kaiserplatz, der nach Umbau unfallunauffällig wurde. 2008 waren es 15 Unfallhäufungsstellen und damit deutlich weniger als noch 2007 (20 Unfallhäufungsstellen).
(PM)