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Ausbau des Radwegnetzes treibt Stadt kontinuierlich voran

17.05.2010

Was die Stadt derzeit in Sachen Radverkehr unternimmt, wie es um Leihradfahrsysteme steht, sich Unfallzahlen entwickelt haben - das und mehr diskutierten die Mitglieder des Radlerforums letzte Woche im Rathaus unter Leitung von Baubürgermeister Michael Obert. Daueraufgaben seien die weitere Steigerung des Radverkehrs - jede Straßenbaumaßnahme wird auch in Richtung Radverkehr abgeklopft - das Images als Radstadt sowie die Senkung der Unfallzahlen.

Beim Ausbau des Radwegenetzes habe sich viel getan, aber man müsse im „Baukastensystem“ vorgehen, so Obert. Taucht irgendwo ein technisches, rechtliches oder finanzielles Problem auf, das zu Verzögerungen führt, wird an anderer Stelle weitergebaut, bis es am vorherigen Ort wieder voran geht. Fertig werde bis Ende des Jahres die Radwegweisung der Hauptrouten. In Planung sind beispielsweise die Routen nach Neureut, Weiherfeld und Hagsfeld, 2010 kommen der Kühle Krug, die Blücherstraße, die Reinhold-Frank- und die Rüppurrer Straße dran. Von den Fahrerzahlen her seien die Rhein-, die Sophien- und die östliche Reinhold-Frank-Straße als Fahrradstraßen geeignet. Die kurvige und steile Tiefenthalstrasse in die Höhenstadtteile bergab mit einem Fahrradweg auszurüsten, würde mindestens eine halbe Million Euro kosten.

Während der Bauphase der Kombilösung sei es schwierig, neue Plätze für Abstellanlagen in der City zu finden. Eine Lösung könnten mobile Anlagen sein, die je nach Bausituation verschoben werden können. Als Fahrradstadt rangiere Karlsruhe nach Freiburg aber weit vor Stuttgart. Das Interesse der Stadt an Fahrradförderung bewerteten Bürger bei einer Umfrage mit der Note 2,1. Der Beitritt zur Ar-beitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen bringt der Stadt beispielsweise die Beteiligung an gemeinsam finanzierten Programmen ein, wie etwa dem von Modellschulen zum sicheren Schülerradweg. Bei der studentischen Erstwohnsitzkampagne hat die Stadt bereits 1600 rote Räder verlost; dieses Jahr sollen weitere 600 „Draisler“ dazu kommen.

Mit zwei Anbietern von Leihfahrradsystemen will die Stadt verhandeln, da der Vertrag mit dem derzeitigen Anbieter „Call a bike“ Ende des Jahres ausläuft. Im vergangen Jahr gab es 30 000 Leihfahrten, im März und April bereits eine Steigerung um 50 Prozent gegenüber den Vergleichsmonaten des Vor-jahres.

2009 hat die Polizei 551 Radfahrunfälle registriert. Der Anteil der Radfahrer an allen Verunglückten im Straßenverkehr beträgt rund 33 Prozent – zuviel im Vergleich mit der „Fahrradhauptstadt“ Münster. Zu 60 Prozent seien die Radler mit Fehlverhalten wie falsche Fahrbahnbenutzung, Nichtbeachten der Vorfahrt, Fehler beim Einfädeln in den fließenden Verkehr oder zuviel Alkohol schuld. (PM)