Logo Rad-Karlsruhe.de

Shortnews Archiv

WIESENHOF-FELT-Kapitän Steffen Wesemann erkämpft dritten Platz beim Radklassiker „Paris-Roubaix“

15.04.2007

Wahl-Schweizer rechtfertigt zusammen mit seinem Karlsruher Rennstall die Wildcard-Einladung bei der „Hölle des Nordens“

WIESENHOF-FELT-Kapitän hat seinem Radstall beim Radklassiker „Paris-Roubaix“ ein besonderes Geschenk gemacht und gleichzeitig die Wildcard-Einladung des Karlsruher Professional Continental-Rennstalls bei der „Königin der Klassiker“ gerechtfertigt. Der Klassikerspezialist aus der Schweiz beendete das schwere ProTour-Rennen in der „Hölle des Nordens“ auf einem hervorragenden dritten Platz. Den Sieg im berühmten Radstadion von Roubaix sicherte sich nach einer beherzten Soloattacke bei sommerlichen Temperaturen der Australier Stuart O’Grady vom dänischen CSC-Rennstall, der einen komfortablen Vorsprung von 51 Sekunden über den Zielstrich retten konnte. In einem packenden Kampf um Rang zwei nach 259,5 Kilometern und zahlreichen berüchtigten Kopfsteinpflasterabschnitten zwischen dem Zielort im französischen Compiegne und Belgien unterlag der Wahl-Schweizer Steffen Wesemann in einem Fotofinish nur um eine Reifenbreite dem Spanier Juan Antonio Flecha vom niederländischen Rennstall Rabobank.

„Das ist der Wahnsinn. Wir haben als Professional Continental-Team hier eine Einladung erhalten und stehen hier auf dem Podium“, freute sich WIESENHOF-FELT-Sportdirektor Jens Heppner. „Wese und das gesamte Team von WIESENHOF-FELT haben mit dieser Leistung die Wildcard-Einladung absolut gerechtfertigt. Das war eine einmalige Vorstellung. Wir waren auch mit Olaf Pollack und Robert Wagner an der Spitze des Rennens zu sehen. Das macht uns alle stolz.“

Das Rennen wurde im zweiten Drittel zunächst geprägt von dem ehemaligen Wiesenhof-Profi Ralf Grabsch (Milram), der rund 125 Kilometer vor dem Zielstrich aus einer erstklassig besetzten Spitzengruppe attackierte und schnell an Vorsprung gewann. Doch bei Kilometer 180 wurde der Klassiker-Fahrer aus Köln von den heranjagenden Verfolgern um WIESENHOF-FELT-Kapitän Steffen Wesemann gestellt. Dessen Teamkollegen Robert Wagner und Olaf Pollack zeigten sich immer wieder an der Spitze der Gruppe der Favoriten.

Nach der Hälfte der gefürchteten Kopfsteinpflaster-Sektoren starteten der Niederländer Leif Hoste, zweiter der Flandern-Rundfahrt, zusammen mit Vorjahressieger Fabian Cancellara (CSC) aus der Schweiz einen Angriff. Die Verfolgergruppe um Tom Boonen und Steffen Wesemann reagierte prompt und vereitelte diesen Versuch. Das zurückliegende Hauptfeld hatte zu diesem Zeitpunkt einen Rückstand auf die Spitze von rund 45 Sekunden.

Rund 60 Kilometer vor dem Ziel im Radstadion von Roubaix suchte WIESENHOF-FELT-Profi Olaf Pollack zusammen mit Gerolsteiner-Fahrer David Kopp und dem Belgier Kevin van Impe (Quickstep) aus der Spitzengruppe die Chance in der Flucht. Während kurz hinter dem Trio eine größere Verfolgergruppe mit WIESENHOF-FELT-Profi Robert Wagner im Rennen lag, drückte die Gruppe der Favoriten um Boonen und Steffen Wesemann auf das Tempo, um den Rückstand von 35 Sekunden zu verkürzen. Kurz vor dem zehnten Kopfsteinplasterabschnitt vor dem Ziel bei Kilometer 50 schlossen die Favoriten zu den Verfolgern auf. Zu diesem Zeitpunkt hatten Pollack, Kopp und Van Impe einen Vorsprung fast einer Minute auf das nun zahlenmäßig verstärkte Verfolgerfeld.

Bei Kilometer 220 musste WIESENHOF-FELT-Profi Olaf Pollack seine Fluchtgefährten ziehen lassen und wurde von der ersten Verfolgergruppe geschluckt. In der zweiten Verfolgergruppe, die mit rund einer Minute hinter dem Spitzenduo Kopp und Van Impe lag, machte indes Robert Wagner das Tempo für seinen Kapitän Steffen Wesemann und ließ sich nach der uneigennützigen Arbeit zurückfallen.

35 Kilometer vor dem Ziel versuchte Steffen Wesemann, sich von der zweiten Verfolgergruppe abzusetzen. In einem Kraftakt gewann der gebürtige Wolmirstedter zusammen mit T-Mobile-Profi Roger Hammond und CSC-Fahrer Stuart O’Grady schnell an Vorsprung. „Diese Attacke war einfach genial“, so Sportdirektor Jens Heppner. „Wese wusste genau, was er in diesem Moment tat. Denn nur wenige haben damit gerechnet.“

Während Steffen Wesemann versuchte, sich an die Spitze des Rennens vorzukämpfen, fuhr sein Teamkollege Olaf Pollack mit einem Rückstand von 17 Sekunden weiter in der ersten Verfolgergruppe hinter Kopp und Van Impe. Als Steffen Wesemann zu den Verfolgern aufschloss übernahm der Mitfavorit das Kommando und setzte sich an der 25 Kilometer-Marke an die Spitze der Jäger. O’Grady nutze den Zusammenschluss mit der Spitze zu einer Konterattacke und startete einen Soloangriff, der ihm schnell einen Vorsprung von 51 Sekunden auf Wesemann & Co. bei Rennkilometer 240 einbrachte. Die Favoriten um Tom Boonen lagen zu diesem Zeitpunkt mehr als eine Minute hinter dem O’Grady. Dahinter kämpfte Steffen Wesemann zusammen mit drei weiteren Verfolgern um den Anschluss an den Australier, der auch zehn Kilometer vor dem Ziel den Vorsprung von rund einer Minute halten konnte. (PR)